Wärmepumpen sind der Schlüssel zur Energiewende. Doch erst das richtige Messkonzept und der passende Heizstromtarif machen das Heizen mit Umweltwärme auch wirtschaftlich hochattraktiv. Erfahren Sie, wie Privat- und Gewerbekunden von reduzierten Netzentgelten profitieren.
Wärmepumpen benötigen für den Betrieb ihres Kompressors elektrische Energie. Da diese Geräte im Vergleich zu klassischen Haushaltsgeräten einen sehr hohen, aber gut planbaren Strombedarf aufweisen, bieten Energieversorger spezielle Heizstromtarife an. Diese Tarife sind deshalb günstiger, weil die Netzbetreiber für steuerbare Verbrauchseinrichtungen reduzierte Netzentgelte verlangen. Grundlage hierfür ist das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das im Gegenzug dem Netzbetreiber unter strengen Auflagen erlaubt, die Leistung der Wärmepumpe in Zeiten extrem hoher Netzlast temporär zu drosseln. Für Verbraucher bedeutet das: Ein hohes Einsparpotenzial bei den laufenden Stromkosten, ohne dass es im Haus kalt wird.
Um die günstigen Heizstromtarife nutzen zu können, muss der Stromverbrauch der Wärmepumpe erfasst werden. Hierfür stehen primär zwei Messkonzepte zur Verfügung. Bei der 'gemeinsamen Messung' (Eintarif- oder Zweitarifzähler) fließt sowohl der Haushaltsstrom als auch der Wärmepumpenstrom über denselben Zähler. Dies spart die jährliche Grundgebühr für einen zweiten Zähler, verhindert jedoch oft die Nutzung der allerbesten Heizstrom-Sondertarife. Bei der 'getrennten Messung' wird ein separater, meist unterbrechbarer Zähler für die Wärmepumpe installiert. Das ermöglicht den Zugriff auf die günstigsten Wärmepumpentarife des Marktes. Welche Variante wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt stark vom individuellen Jahresverbrauch der Wärmepumpe ab.
Besonders interessant wird es für Hausbesitzer und Gewerbebetriebe, die zusätzlich eine eigene Photovoltaikanlage betreiben. Hier kommt die sogenannte Kaskadenmessung ins Spiel. Bei diesem intelligenten Messkonzept werden zwei Zähler hintereinandergeschaltet. Dadurch kann der selbst erzeugte Solarstrom vorrangig im Haushalt und nachgelagert auch für die Wärmepumpe genutzt werden. Erst wenn der Solarstrom nicht ausreicht, wird günstiger Heizstrom aus dem Netz bezogen. Dieses Konzept maximiert den Eigenverbrauch der PV-Anlage und minimiert gleichzeitig die Bezugskosten für den Reststrombedarf. Lassen Sie sich vorab von Ihrem Elektrofachbetrieb und Energieversorger beraten, welches Messkonzept für Ihre spezifische Gebäudeinfrastruktur die optimale Wirtschaftlichkeit garantiert.